Grillen bei Regen funktioniert gut, wenn der Grill einen Deckel hat und selbst unter freiem Himmel steht. Geschlossen hält ein Kugel- oder Gasgrill die Hitze drinnen und den Regen draußen. Gefährlich wird es erst, wenn der Grill ins Trockene soll: unter den Pavillon, in die Garage, ins Zelt. Was bei Regen und Wind hilft, was im Herbst auf den Rost passt und welche Alternativen es drinnen gibt.
Grillen bei Regen und im Herbst auf einen Blick
- Ein Grill mit Deckel ist bei Regen klar im Vorteil: Deckel zu, indirekt garen.
- Wind: Kohle brennt schneller herunter, Gastemperatur schwankt. Windgeschützt aufstellen, mit Abstand zu Brennbarem.
- Gasgrill: nie mit geschlossenem Deckel zünden. Geht die Flamme aus: Gasventile zu, Deckel auf, warten.
- Kein Grill unter Pavillon, Markise oder Sonnenschirm — Stoff fängt durch Funkenflug leicht Feuer.
- Niemals in Garage, Gartenhaus oder Zelt, auch nicht mit offenem Tor oder Restglut — Kohlenmonoxid.
- Holzkohle trocken lagern. Feuchte Kohle brennt schlechter und qualmt stärker.
- Im Herbst: Kürbis, Maronen, gefüllte Pilze — alles, was bei geschlossenem Deckel gart.
Regen: Der Deckel macht den Unterschied
Auf einem offenen Rost treffen die Tropfen direkt auf Grillgut und Glut. Ein geschlossener Kugelgrill arbeitet dagegen wie ein Umluftofen und gart auch von oben. Regenwetter ist deshalb die Zeit für indirektes Grillen: Das Grillgut liegt neben der Hitze statt darüber, der Deckel bleibt zu, gewendet wird selten. Jedes Öffnen lässt Wärme entweichen und Wasser hinein; ein Grillthermometer mit Fühler zeigt, was im Grill passiert, ohne dass jemand nachsehen muss.
- Brennstoff großzügig einplanen, vor allem bei Wind und Kälte.
- Gasgrill: Anschlüsse und Regler trocken halten. Manche Bedienungsanleitungen verlangen, das Gerät vor direktem Tropfwasser zu schützen.
- Nicht der Grill kommt unters Dach, sondern alles andere: Grillgut, Teller und Gäste stehen ein Stück daneben im Trockenen.
- Nach dem Grillen den Grill trocknen lassen, bevor die Abdeckhaube draufkommt.
Grillmeister Tom grillt gern im Regen. Wegen ein paar Tropfen eine Grillparty abzusagen, kommt für ihn nicht infrage. Das Foto zeigt ihn in seiner Jugend mit Schirm am Holzkohlegrill; mehr über ihn steht unter Über mich.

Wind: Glut, Gasflamme und Funkenflug
Beim Holzkohlegrill facht Wind die Glut an. Die Kohle brennt schneller herunter, die Temperatur wird schwer berechenbar, und das Gehäuse kühlt aus. Mit geschlossenem Deckel bleibt die Hitze besser im Grill, und Funken werden nicht fortgeweht.
Beim Gasgrill flackern die Flammen, die Temperatur schwankt, und je nach Wind kann es nötig sein, den Regler nachzustellen. Geht ein Brenner aus, kann weiter Gas ausströmen. Dann alle Gasventile schließen, den Deckel öffnen und warten, bis das Gas abgezogen ist — gängige Bedienungsanleitungen nennen fünf Minuten. Erst dann neu zünden, nie mit geschlossenem Deckel. Bei Wind bleibt der Gasgrill nicht unbeaufsichtigt.
Ein windgeschützter Platz hilft beiden — mit ausreichend Abstand zu Gebäuden, Hecken und allem, was brennt. Und die Windrichtung zählt: Funken und Glut dürfen nicht auf Holz, Polster oder trockenes Laub geweht werden.
Wohin mit dem Grill, wenn es regnet
Den Grill ins Trockene zu holen, ist genau der Fehler. Pavillons, Zelte, Markisen und Sonnenschirme können durch Funkenflug leicht in Brand geraten, ein Holzdach oder Äste über dem Grill durch Hitzestau oder Funken. Über dem Grill muss Luft sein. Welchen Abstand ein Gerät zu Brennbarem braucht, steht in seiner Bedienungsanleitung — die Angaben unterscheiden sich je nach Modell.
Noch gefährlicher sind Garage, Gartenhaus und Partyzelt. Dort fehlt die Frischluft, und das Kohlenmonoxid aus der Verbrennung reichert sich an. Das gilt auch für den Grill mit Restglut und ebenso für Gasgrills. Warum ein Pavillon mit heruntergelassenen Seitenwänden nicht mehr als draußen zählt, steht im Beitrag Grillen im Winter.
Hinweis: Kohlenmonoxid in Garage und Innenraum
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Holzkohlegrills wegen der erheblichen Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid nicht in Innenräumen verwendet werden dürfen — auch nicht bei geöffneten Türen und Fenstern, weil die Belüftung nicht ausreicht. Sogar die Restwärme des verlöschenden Grills im Innenraum zu nutzen, kann lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Ausdrücklich nennt das BfR Garagen, in die Grills wegen schlechten Wetters gestellt werden; die Gefahr besteht auch bei geöffnetem Garagentor. Kohlenmonoxid ist geruchlos, farblos und nicht reizend. Leichte Vergiftungen zeigen sich unter anderem durch Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Nachzulesen beim BfR und in der BfR-Presseinformation zu Grills in Garagen.
Holzkohle trocken lagern
Falsch gelagert, wird Grillkohle feucht. Feuchte Kohle brennt schlechter ab und qualmt stärker, das Grillgut kann nach Ruß schmecken. Die Kohle gehört an einen trockenen, geschützten Ort wie Gartenschuppen oder Keller — und beim Grillen im Regen nicht offen neben den Grill. Nass gewordene Kohle muss vor dem Anzünden gründlich trocknen.
Grillen im Herbst: was bei geschlossenem Deckel gelingt
Herbstliches Grillgut gart indirekt und braucht wenig Aufmerksamkeit. Esskastanien haben von September bis Januar Saison.
| Grillgut | Wie | Richtwert |
|---|---|---|
| Hokkaido-Kürbis | Spalten von knapp 2 cm, mit Schale, indirekt bei 180 bis 200 °C | 20 bis 30 Minuten |
| Maronen | kreuzweise eingeritzt, im gelochten Grillkorb, indirekt bei 180 bis 200 °C | 20 bis 25 Minuten |
| Champignons, gefüllt | in der Grillschale, indirekt bei 180 bis 200 °C | 10 bis 15 Minuten |
| Zwiebeln, halbiert | Wurzelscheibe dranlassen, indirekt bei 150 bis 160 °C | 35 bis 40 Minuten |
| Kartoffeln, ganz | roh in Alufolie, indirekt bei 110 bis 120 °C | 60 bis 90 Minuten |
Beim Hokkaido bleibt die Schale dran; sie hält die Spalte in Form und wird beim Garen weich. Sorten und Schnittdicken stehen im Beitrag Kürbis grillen. Maronen brauchen einen Schnitt durch die Schale und einen geschlossenen Deckel, dazwischen ab und zu einen Sprühstoß Wasser — mehr unter Maronen grillen. Wie halbierte Zwiebeln indirekt weich werden, steht unter Zwiebeln grillen.
Alternativen zum Grillen bei schlechtem Wetter
Bei Sturm oder Dauerregen ist drinnen die bessere Wahl — mit Geräten, die dafür gemacht sind.
- Grillpfanne: Der gerillte Boden gibt Grillstreifen, Fett und Fleischsaft sammeln sich in den Vertiefungen. Gusseisen verteilt die Hitze gleichmäßig.
- Backofen: Kürbisspalten garen bei 200 °C Ober- und Unterhitze in 25 bis 30 Minuten. Eingeritzte Maronen backen bei rund 200 °C und werden zwischendurch besprüht.
- Kontaktgrill: Zwei Platten garen von beiden Seiten gleichzeitig, das verkürzt die Garzeit. Gut für Flaches wie Gemüsescheiben.
- Elektrischer Tischgrill: für drinnen gedacht.
Häufige Fragen zum Grillen bei Regen
Kann man bei Regen grillen?
Ja, am besten mit einem Deckelgrill im Freien. Der Deckel bleibt zu, das Grillgut gart indirekt. Der Grill gehört nicht unter Pavillon, Markise oder Sonnenschirm und nie in Garage oder Zelt.
Welcher Grill eignet sich bei Regen und Wind?
Grills mit Deckel, also Kugel- oder Gasgrill. Geschlossen halten sie die Hitze, und Funken werden nicht fortgeweht. Offene Holzkohlegrills verlieren bei Wind schnell Hitze.
Darf der Grill bei Regen in die Garage oder ins Gartenhaus?
Nein. Dort reichert sich Kohlenmonoxid an. Das BfR warnt ausdrücklich vor Holzkohlegrills, die wegen schlechten Wetters in Garagen betrieben werden — auch bei geöffnetem Garagentor.
Kann man unter einem Pavillon grillen?
Der Grill nicht: Pavillons und Markisen können durch Funkenflug leicht Feuer fangen. Darunter kommen Grillgut und Gäste, der Grill steht daneben im Freien.
Was tun, wenn beim Gasgrill die Flamme ausgeht?
Alle Gasventile schließen, den Deckel öffnen und warten, bis das ausgeströmte Gas abgezogen ist. Gängige Bedienungsanleitungen nennen dafür fünf Minuten. Danach bei offenem Deckel neu zünden.
Was ist eine gute Alternative zum Grillen bei schlechtem Wetter?
Eine gerillte Grillpfanne, der Backofen, ein Kontaktgrill oder ein elektrischer Tischgrill. Holzkohle- und Gasgrills sind nur für draußen.
Was kann man im Herbst grillen?
Alles, was indirekt bei geschlossenem Deckel gart: Hokkaido-Spalten, Maronen, gefüllte Champignons, halbierte Zwiebeln und Kartoffeln in Folie.
Ein Herbstrezept für den Deckelgrill
Kürbis und Pilze garen nebeneinander indirekt, der Deckel geht nur einmal auf.
Hokkaido-Spalten mit gefüllten Champignons
Zutaten
- 1 Hokkaido-Kürbis (etwa 1 kg)
- 3 EL Olivenöl
- 3 Zweige Thymian
- 12 große braune Champignons
- 100 g Frischkäse
- 40 g Bergkäse, gerieben
- 30 g Walnüsse, gehackt
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- — Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
- Grill vorbereiten. Durchgeglühte Briketts auf eine Seite schieben oder beim Gasgrill einen Teil der Brenner auslassen. Die indirekte Zone auf 180 bis 200 °C bringen.
- Kürbis schneiden. Den Hokkaido halbieren, die Kerne auslöffeln und mit Schale in Spalten von knapp 2 cm schneiden. Mit 2 EL Öl, Salz, Pfeffer und den abgezupften Blättern von zwei Thymianzweigen mischen.
- Champignons füllen. Die Pilze mit Küchenpapier abreiben, nicht waschen. Stiele herausdrehen, fein hacken und mit Frischkäse, der Hälfte des Bergkäses, Walnüssen, Knoblauch und restlichem Thymian mischen, salzen und pfeffern. Die Köpfe füllen, mit dem übrigen Käse bestreuen, in eine feuerfeste Grillschale setzen und mit dem restlichen Öl beträufeln.
- Kürbis grillen. Die Spalten in die indirekte Zone legen, Deckel schließen und 10 Minuten garen.
- Wenden und Pilze dazu. Deckel öffnen, die Kürbisspalten wenden, die Grillschale mit den Champignons in die indirekte Zone stellen und den Deckel sofort wieder schließen.
- Fertig garen. Nach 10 bis 15 Minuten sind die Champignons fertig, wenn der Käse goldbraun ist. Den Kürbis mit einer Gabel prüfen: Er soll weich sein, sonst in Schritten von 5 Minuten weitergaren.