Ein neuer Grill wird vor dem ersten Grillgut einmal richtig heiß gemacht. Beim Gas- und Kugelgrill brennen dabei Öl- und Verpackungsreste aus der Fertigung weg, das ist in zwanzig Minuten erledigt. Beim Smoker und bei rohem Gusseisen geht es um mehr: Dort entsteht beim Einbrennen eine dunkle Schicht aus verbranntem Öl und Ruß, die das Metall vor Rost schützt und dafür sorgt, dass nichts anklebt. Das dauert einen Nachmittag — und am Ende liegt am besten schon etwas auf dem Rost.
Grill einbrennen auf einen Blick
- Gas- und Holzkohlegrill: vor dem ersten Grillen rund 20 Minuten mit geschlossenem Deckel auf voller Hitze laufen lassen. Das reicht.
- Smoker: alle Innenflächen dünn mit Speiseöl einstreichen, mit Holzkohle anheizen und zwei bis drei Stunden bei 120 bis 150 °C halten.
- Rohes Gusseisen (Roste, Pfannen, Platten): hauchdünn einölen, eine Stunde bei 230 bis 260 °C.
- Emaillierte und Edelstahlroste brauchen keine Patina — freibrennen genügt.
- Kein Spiritus, kein flüssiger Anzünder — ein Anzündkamin macht die Glut.
- Es qualmt. Für den ersten Durchgang einen Platz suchen, an dem der Rauch niemanden stört.
- Wiederholen, wenn Grillgut anklebt, Rost auftaucht oder die Schicht beim Putzen abgekratzt wurde.
Warum ein neuer Grill eingebrannt wird
Aus der Fabrik kommt kein Grill blitzsauber. Auf Blechen und Rosten sitzen Reste von Schneid- und Konservierungsölen, manchmal Klebstoff von Schutzfolien oder Etiketten. Das riecht beim ersten Anheizen unangenehm und gehört nicht ans Essen. Ein leerer Durchgang mit hoher Hitze brennt es weg.
Beim Smoker und bei rohem Gusseisen kommt ein zweiter Grund dazu. Stahlblech und Gusseisen haben eine raue, offenporige Oberfläche, und in den Poren setzt sich Feuchtigkeit fest. Innen ist ein Smoker nicht lackiert — der Lack würde die Hitze nicht aushalten. Was das Metall dort schützt, ist die Patina, die beim Einbrennen aus Öl und Ruß entsteht. Sie wächst mit jedem Grillabend weiter.
Gas- und Holzkohlegrill: freibrennen reicht
Beim Gasgrill den Deckel beim Zünden offen lassen, damit sich kein Gas im Garraum sammelt. Dann alle Brenner auf die höchste Stufe, Deckel zu und etwa 20 Minuten laufen lassen. Danach ist der Grill betriebsbereit; einmal mit Holzschaber oder Bürste über den heißen Rost und feucht nachwischen, fertig.
Beim Holzkohlegrill genauso: eine volle Ladung durchgeglühte Kohle, Deckel drauf, Lüftungsschieber offen, zwanzig bis dreißig Minuten. Wer den Grill ohnehin anfeuert, kann das auch mit dem ersten Grillabend verbinden und das Grillgut erst auflegen, wenn der Geruch nach Fertigung verflogen ist.
Einölen muss man bei beiden nichts. Viele Roste sind emailliert, verchromt oder aus Edelstahl, und darauf bildet sich keine Patina.
Den Smoker einbrennen
Beim Smoker lohnt sich der längere Durchgang. Er steht meist das ganze Jahr draußen, arbeitet mit Rauch und Feuchtigkeit, und die Feuerkammer bekommt bei jedem Einsatz die meiste Hitze ab. Eine gut aufgebaute Patina ist hier der beste Rostschutz, den es gibt.
Was du brauchst
- Holzkohle oder Briketts und einen Anzündkamin
- hitzebeständiges Speiseöl, zum Beispiel Raps- oder Sonnenblumenöl, oder Schmalz
- einen Pinsel, Lappen oder ein paar Küchentücher
- Grillhandschuhe und etwas Geduld
So geht’s
- Alles einölen. Garkammer, Feuerkammer, Grillroste, Kohlerost und die Innenseite des Deckels dünn mit Öl einstreichen. Dünn heißt: Es soll glänzen, nicht tropfen.
- Anheizen. Die Kohle im Anzündkamin durchglühen lassen und in die Feuerkammer geben. Zuluft und Kaminklappe zunächst nur etwa ein Viertel öffnen.
- Temperatur halten. Die Garkammer auf 120 bis 150 °C bringen und dort halten — mindestens zwei Stunden, gern drei. Das Deckelthermometer reicht als Anzeige.
- Nachölen. Nach der ersten Stunde ist das Öl verbrannt. Mit Grillhandschuhen die Innenflächen noch einmal dünn einstreichen, dann weiterlaufen lassen.
- Zum Schluss heißer. Klappen weiter öffnen, Kohle nachlegen und den Smoker eine Weile deutlich wärmer laufen lassen.
- Auskühlen lassen. Danach sind die Innenflächen dunkel und leicht glänzend. Das ist die Schutzschicht.
In der letzten Stunde spricht nichts dagegen, schon ein paar Würstchen, Chicken Wings oder ein kleines Stück Bauch aufzulegen. Dann hat sich der Nachmittag gelohnt, und der Smoker bekommt gleich das erste Fett ab.
Holzkohle als Grundglut, Holz erst später
Große Holzscheite brennen anfangs mit hohen, offenen Flammen, und die Temperatur springt. Für den ersten Durchgang ist Holzkohle deshalb die ruhigere Wahl: Die Glut lässt sich gut regeln, und die Hitze bleibt gleichmäßig. Ein paar kleine Holzstücke dürfen für den Rauch dazu. Mit ganzen Scheiten geht es beim nächsten Mal weiter.
Ein Trick, der das Nachlegen einfacher macht: nebenher einen Holzkohlegrill mit Glut laufen lassen. Dann kommt immer fertig durchgeglühte Kohle in die Feuerkammer, und die Temperatur im Smoker bricht beim Nachlegen nicht ein.
Qualm gehört dazu
Beim ersten Einbrennen qualmt es mehr als später beim Smoken, weil das Öl verbrennt. Also einen Platz wählen, an dem der Rauch nicht direkt über die Terrasse der Nachbarn zieht — sonst gibt es Ärger, bevor überhaupt etwas Leckeres zum Versöhnen auf dem Rost liegt. Und natürlich im Freien: nie unter einem geschlossenen Dach, nie in der Garage.
Gusseisenroste und Gusspfannen
Rohes, unbeschichtetes Gusseisen wird wie eine Gusspfanne behandelt. Den Rost gründlich trocknen, dann hauchdünn mit einem Öl einreiben, das hohe Hitze verträgt, und überschüssiges Öl mit einem Tuch wieder abnehmen. Danach eine Stunde bei 230 bis 260 °C in den Backofen oder in den geschlossenen Grill und darin auskühlen lassen.
Zu viel Öl ist der häufigste Fehler: Es bleibt klebrig statt hart zu werden. Lieber zweimal dünn als einmal dick. Und nach jedem Grillabend wächst die Schicht ohnehin weiter — Gusseisen wird mit der Zeit immer besser.
Emaillierte Gussroste und Edelstahl brauchen das nicht. Die Oberfläche nimmt kein Öl auf, dort reicht das Freibrennen.
Wenn die Feuerbox rostet
Irgendwann zeigt sich an jedem Smoker, der draußen steht, Rost. Das ist kein Mangel, sondern Stahl. Am häufigsten trifft es die Feuerbox: Dort ist es am heißesten, die offene Flamme brennt die Patina immer wieder weg, und Hitze beschleunigt die Korrosion. Bei günstigen Einsteigergeräten mit dünnem Blech kann die Feuerbox nach einigen Jahren durch sein.
Verhindern lässt sich das nicht ganz, aber deutlich hinauszögern:
- Asche raus. Asche zieht Feuchtigkeit, und feuchte Asche auf Stahl ist der schnellste Weg zu einem Loch. Sobald sie ganz kalt ist, kommt sie weg.
- Innen ab und zu einölen, vor allem vor einer längeren Pause über den Winter.
- Außen nachlackieren. Abgeplatzte Stellen mit hitzebeständigem Lack ausbessern, bevor der Rost darunter kriecht.
- Abdecken oder unterstellen. Eine Abdeckhaube hält Regen ab; darunter sollte der Smoker aber trocken sein, sonst sammelt sich Kondenswasser.
Ist die Feuerbox doch einmal durchgerostet, bleiben zwei Wege: das Loch schweißen lassen oder eine Ersatz-Feuerbox für das Modell besorgen. Nicht bei jedem Smoker lässt sie sich tauschen — ein Blick in die Ersatzteilliste des Herstellers lohnt, bevor es so weit ist.
Muss man mehrmals einbrennen?
Beim neuen Grill genügt ein Durchgang. Nachlegen lohnt sich, wenn Grillgut plötzlich anklebt, wenn Rost auftaucht, oder wenn die Schicht beim Putzen verloren gegangen ist — etwa weil die Garkammer mit scharfem Reiniger bearbeitet oder mit dem Schaber bis aufs blanke Metall freigekratzt wurde. Dann einfach wieder einölen und heiß laufen lassen. Mach aber keine Wissenschaft daraus: Im Vordergrund steht der nächste Grillabend.
Häufige Fragen zum Grill einbrennen
Muss man einen neuen Gasgrill einbrennen?
Ja, aber kurz: Deckel zum Zünden öffnen, alle Brenner auf höchste Stufe, Deckel schließen und etwa 20 Minuten laufen lassen. Dabei brennen Öl- und Verpackungsreste aus der Fertigung weg. Einölen ist nicht nötig.
Wie lange dauert es, einen Smoker einzubrennen?
Rechne mit zwei bis drei Stunden bei 120 bis 150 °C, dazu Anheizen und Auskühlen. Zwischendurch einmal nachölen und zum Schluss die Temperatur für eine Weile erhöhen.
Welches Öl nimmt man zum Einbrennen?
Ein Speiseöl, das hohe Hitze verträgt — Raps- oder Sonnenblumenöl sind die üblichen, Schmalz geht auch. Wichtiger als die Sorte ist die Menge: dünn auftragen, sonst bleibt die Schicht klebrig.
Kann ich den Smoker mit Holz statt Holzkohle einbrennen?
Für den ersten Durchgang ist Holzkohle die bessere Grundglut, weil sich die Temperatur ruhiger halten lässt. Ein paar kleine Holzstücke für den Rauch dürfen dazu. Mit großen Scheiten und offenen Flammen arbeitest du beim nächsten Mal.
Warum qualmt der Grill beim Einbrennen so stark?
Weil Öl und Rückstände aus der Fertigung verbrennen. Das ist beim ersten Mal normal und lässt danach deutlich nach. Deshalb im Freien einbrennen und einen Platz wählen, an dem der Rauch niemanden stört.
Müssen emaillierte Grillroste eingebrannt werden?
Nein. Emaille und Edelstahl nehmen kein Öl auf, dort bildet sich keine Patina. Einmal heiß freibrennen reicht. Einbrennen im eigentlichen Sinn braucht nur rohes Gusseisen und blanker Stahl.
Was tun, wenn die Feuerbox rostet?
Asche nach jedem Einsatz entfernen, sobald sie kalt ist, die Feuerbox innen gelegentlich einölen und außen abgeplatzte Stellen mit hitzebeständigem Lack ausbessern. Ganz aufhalten lässt sich Rost an der heißesten Stelle des Smokers nicht, aber um Jahre hinauszögern.