Brot zum Grillen muss nicht aus der Tüte kommen. Stockbrot backt über der Glut der Feuerschale, Fladenbrot direkt auf dem Rost — beides ist schnell gemacht, und das Fladenbrot ohne Hefe braucht nicht einmal Gehzeit. Was beim Stockbrot schiefgehen kann, warum es innen roh bleibt, welcher Stock taugt und zwei Rezepte.
Brot zum Grillen auf einen Blick
- Stockbrot: einfacher Hefeteig, als dünner Strang um einen Stock gewickelt, über der Glut gebacken — etwa 10 bis 15 Minuten.
- Glut, nicht Flamme. In der Flamme verkohlt das Brot außen, bevor es innen gar ist.
- Dünn wickeln: ein fingerdicker Strang. Zu dicker Teig bleibt innen roh.
- Stock: ungiftiges Laubholz wie Hasel, Buche oder Weide, am Teigende entrindet. Nadelholz meiden.
- Fladenbrot ohne Hefe: Mehl, Joghurt, Backpulver — flach gedrückt direkt auf den Rost, bei mittlerer Hitze je Seite etwa 5 bis 10 Minuten.
- Fertig ist Stockbrot, wenn es rundherum braun ist und sich leicht vom Stock löst.
Stockbrot: Teig, Stock und Glut
Stockbrot ist ein Hefeteig, der als Schlange um einen Stock gewickelt und über der Glut eines offenen Feuers gebacken wird. In der Schweiz heißt es auch Schlangenbrot, in Ostdeutschland Knüppelbrot oder Knüppelkuchen. Es braucht wenig: Mehl, Wasser, Hefe, Salz, etwas Öl — und Geduld beim Drehen.
Der richtige Stock
- Ungiftiges Laubholz wie Haselnuss, Buche oder Weide. Nur Holz nehmen, das man sicher erkennt.
- Kein Nadelholz — es brennt zu leicht.
- Lang genug, damit man bequem und mit Abstand zur Glut halten kann; gut einen Meter und mehr.
- Am Teigende entrinden oder das Ende mit geölter Alufolie umwickeln. Den Stock kurz über dem Feuer trocknen, ohne ihn anzubrennen.
Warum Stockbrot innen roh bleibt
Meist liegt es an einem von drei Fehlern:
- In die Flamme gehalten. Außen wird das Brot schwarz, innen hat die Hitze keine Zeit anzukommen. Gebacken wird über der Glut, dort, wo nichts mehr lodert.
- Zu dick gewickelt. Ein fingerdicker Strang reicht. Wer eine Teigwurst aufwickelt, bekommt einen rohen Kern.
- Zu wenig gedreht. Nur regelmäßiges Drehen sorgt dafür, dass das Brot rundherum gleichmäßig bräunt und durchbackt.
Außerdem hilft es, die Enden des Strangs gut festzudrücken und die Windungen leicht überlappen zu lassen — sonst rutscht der Teig beim Drehen ab.
Stockbrot auf dem Grill
Ohne Feuerschale funktioniert Stockbrot auch über dem Holzkohle- oder Gasgrill. Hier gilt dasselbe: nicht direkt in die heißeste Zone, sondern mit etwas Abstand drehen. Über dem Grill darf der Teigstrang eher dünner sein als über dem offenen Feuer.
Fladenbrot direkt auf dem Rost
Wer kein Feuer macht oder schneller sein will, backt Fladenbrot direkt auf dem Grill. Die Variante ohne Hefe aus Mehl, Joghurt und Backpulver braucht keine Gehzeit: Teig kneten, flach drücken, einölen, auf den Rost. Bei mittlerer Hitze braucht ein Fladen je Seite etwa 5 bis 10 Minuten, je nach Hitze und Dicke, bis er auf beiden Seiten Farbe hat. Bei zu großer Hitze wird die Außenseite schnell dunkel, bevor der Fladen durchgebacken ist.
Fladenbrot passt zu allem, was vom Grill kommt, besonders zu gegrilltem Gemüse. Welche Sorten wie lange brauchen, steht im Beitrag Grillgemüse: Garzeiten für zwölf Sorten.
Häufige Fragen zu Brot vom Grill
Wie lange braucht Stockbrot am Feuer?
Etwa 10 bis 15 Minuten über der Glut, bei regelmäßigem Drehen. Fertig ist es, wenn es rundherum braun ist und sich leicht vom Stock löst.
Warum ist mein Stockbrot innen roh?
Meist wurde es in die Flamme statt über die Glut gehalten, der Teigstrang war zu dick oder das Brot wurde zu selten gedreht.
Welcher Stock eignet sich für Stockbrot?
Ein Stock aus ungiftigem Laubholz wie Haselnuss, Buche oder Weide, am Teigende entrindet. Nadelholz ist ungeeignet, weil es zu leicht brennt.
Geht Stockbrot auch ohne Hefe?
Ja, mit einem Quark-Öl-Teig mit Backpulver. Er braucht keine Gehzeit, nur eine kurze Ruhezeit im Kühlschrank.
Kann man Stockbrot auf dem Grill machen?
Ja, über dem Holzkohle- oder Gasgrill. Nicht in die heißeste Zone halten, regelmäßig drehen und den Teigstrang eher dünn wickeln.
Wie grillt man Fladenbrot?
Den Teig flach drücken, mit Öl bestreichen und bei mittlerer Hitze direkt auf den Rost legen. Je Seite etwa 5 bis 10 Minuten, bis er gebräunt und durchgebacken ist.
Welches Brot passt zum Grillen?
Frisch vom Grill vor allem Stockbrot und Fladenbrot. Beide sind schnell gemacht und lassen sich würzen — mit Kräutern, Knoblauch oder Käse.
Zwei Rezepte: Stockbrot und Fladenbrot
Stockbrot mit Hefe
Zutaten
- 250 g Weizenmehl
- 150 ml lauwarmes Wasser
- 1 Päckchen Trockenhefe
- ½ TL Salz
- 1 TL Honig
- 2 EL Olivenöl
- — 6 Stöcke aus Hasel, Buche oder Weide
Zubereitung
- Teig kneten. Mehl und Trockenhefe mischen, Wasser, Salz, Honig und Olivenöl dazugeben und zu einem glatten Teig kneten.
- Gehen lassen. Abgedeckt an einem warmen Ort 30 bis 60 Minuten gehen lassen.
- Stöcke vorbereiten. Die Stöcke am Teigende entrinden und kurz über dem Feuer trocknen, ohne sie anzubrennen.
- Wickeln. Den Teig in sechs Portionen teilen, jede zu einem fingerdicken Strang rollen und spiralförmig um das Stockende wickeln. Die Enden festdrücken, die Windungen leicht überlappen lassen.
- Backen. Über der Glut — nicht in der Flamme — unter ständigem Drehen 10 bis 15 Minuten backen, bis das Brot rundherum braun ist und sich leicht vom Stock löst.
Joghurt-Fladenbrot ohne Hefe
Zutaten
- 300 g Weizenmehl
- 1 EL Backpulver
- 1 TL Salz
- 350 g griechischer Joghurt
- 3–4 EL Olivenöl
- — nach Wunsch Kräuter, Knoblauch oder Sesam
Zubereitung
- Teig kneten. Mehl, Backpulver und Salz mischen, den Joghurt dazugeben und etwa fünf Minuten zu einem glatten, weichen Teig kneten.
- Formen. In sechs Portionen teilen und jede zu einem flachen Fladen von etwa 15 cm Durchmesser drücken.
- Grillen. Die Fladen auf einer Seite mit Olivenöl bestreichen und mit dieser Seite nach unten bei mittlerer Hitze auf den Rost legen.
- Wenden. Die Oberseite ebenfalls mit Öl bestreichen und wenden, sobald die Unterseite gebräunt ist. Die zweite Seite ebenso lange grillen.
- Servieren. Warm servieren, nach Wunsch mit Kräutern, Knoblauch oder Sesam bestreut.