Eine Lammkeule mit Knochen ist das einfachste Festessen, das ein Grill hergibt. Ich streiche sie mit Senf, Knoblauch und Kräutern ein, lege sie bei 220 °C in die indirekte Zone und mache den Deckel zu. Nach 30 und nach 60 Minuten kommt Marinade drauf, nach rund 90 Minuten zeigt das Thermometer 63 °C, dann ruht die Keule 20 Minuten. In der Zeit garen die Kartoffeln fertig, und der Tisch wird gedeckt.
Osterlamm grillen auf einen Blick
- Das Stück: eine Lammkeule mit Knochen, rund 2,5 kg, für sechs Personen. Eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen.
- Die Würze: Salz, Pfeffer und eine Marinade aus Dijonsenf, Olivenöl, Knoblauch, Thymian und Rosmarin.
- Der Grill: indirekt, 220 °C unter dem Deckel, eine Schale unter der Keule. Angebraten wird nicht.
- Die Zeit: rund 90 Minuten. Nach 30 und nach 60 Minuten mit Marinade bestreichen.
- Fertig ist sie bei 63 °C, gemessen an der dicksten Stelle, ohne den Knochen zu berühren. Dann ist sie leicht rosa.
- Ruhen: 20 Minuten, dann schräg zum Knochen in Scheiben schneiden.
- Dazu: Fächerkartoffeln, die nach 30 Minuten mit in die indirekte Zone kommen.
- In einem Satz: Osterlamm grillen heißt, die Lammkeule rund 90 Minuten bei 220 °C indirekt bis 63 °C zu garen, zweimal zu bestreichen und 20 Minuten ruhen zu lassen.
Das Osterlamm: Gebäck am Morgen, Braten am Mittag
Das Lamm gehört zu Ostern, weil es in der christlichen Tradition für Christus steht, das „Lamm Gottes“, und auf das Pessach-Lamm aus dem Alten Testament zurückgeht. Auf dem Frühstückstisch steht es als Gebäck in Lammform. Auf den Grill kommt es als Lammkeule, und die ist am Ostersonntag genau das Richtige für eine große Runde.
Die Keule und die Marinade
Für sechs Personen nehme ich eine Lammkeule mit Knochen von rund 2,5 kg. Eine Stunde vor dem Grillen kommt sie aus dem Kühlschrank, damit sie nicht eiskalt auf den Rost geht. Ich tupfe sie trocken, salze und pfeffere sie rundum.
Für die Marinade verrühre ich Dijonsenf und Olivenöl mit gehacktem Knoblauch, Thymian und Rosmarin. Die Hälfte fülle ich zuerst in eine eigene Schüssel, dazu kommt ein sauberer Pinsel: Damit wird die Keule später auf dem Grill bestrichen. Mit der anderen Hälfte streiche ich die Keule rundum ein.
Der Grill: 220 Grad, indirekt, Deckel zu
Im Kugelgrill liegt die Glut links und rechts am Rand, in der Mitte steht eine Schale für das Fett. Beim Gasgrill bleiben die mittleren Brenner aus. Unter dem Deckel sollen es 220 °C sein. Die Keule kommt in die Mitte über die Schale, und angebraten wird nicht: Die Hitze reicht, damit sie in den 90 Minuten Farbe bekommt.
Den Fühler des Thermometers stecke ich gleich zu Beginn in die dickste Stelle der Keule, ohne den Knochen zu berühren. Der Knochen leitet Wärme und zeigt zu viel an. Nach 30 Minuten öffne ich den Deckel, bestreiche die Keule mit der Marinade und lege die Kartoffeln rundherum in die indirekte Zone. Nach 60 Minuten bestreiche ich ein zweites Mal. Sonst bleibt der Deckel zu.

Der Ablauf: 90 Minuten bis 63 Grad
Bei 63 °C an der dicksten Stelle kommt die Keule vom Grill. Dann ist sie leicht rosa. Sie ruht 20 Minuten unbedeckt auf dem Brett. Die Kartoffeln bleiben so lange im Grill, bis sie weich sind. Wer am Ostersonntag um 14 Uhr essen will, plant so:
| Uhrzeit | Was passiert |
|---|---|
| 11:00 | Keule aus dem Kühlschrank, würzen und einstreichen, Kartoffeln vorbereiten |
| 11:30 | Grill anzünden |
| 12:00 | Keule bei 220 °C in die indirekte Zone, Fühler in die Keule |
| 12:30 | Keule bestreichen, Kartoffeln dazulegen |
| 13:00 | Keule ein zweites Mal bestreichen |
| gegen 13:30 | Thermometer zeigt 63 °C: Keule vom Grill |
| 13:30 bis 13:50 | Keule ruhen lassen, Kartoffeln prüfen |
| 14:00 | Aufschneiden und servieren |

Aufschneiden: schräg zum Knochen
Dafür braucht es ein scharfes Messer, eine Fleischgabel und am besten ein Brett mit Saftrille. Ich halte die Keule mit der Gabel fest und schneide das Fleisch schräg zum Knochen in Scheiben von ein bis zwei Zentimetern. Was danach noch am Knochen sitzt, löse ich mit dem Messer entlang der Knochenform ab. Die Scheiben kommen mit den Kartoffeln auf eine Platte, dazu passen grüne Bohnen.

Häufige Fragen zum Osterlamm vom Grill
Wie lange muss eine Lammkeule auf den Grill?
Eine Keule mit Knochen von rund 2,5 kg braucht bei 220 °C indirekt etwa 90 Minuten, bis sie an der dicksten Stelle 63 °C hat. Dazu kommen 20 Minuten Ruhe. Fertig ist sie, wenn das Thermometer 63 °C zeigt, nicht wenn die Uhr abgelaufen ist.
Welche Kerntemperatur braucht die Lammkeule?
Bei 63 °C ist sie leicht rosa. Gemessen wird an der dicksten Stelle, ohne den Knochen zu berühren, weil der Knochen zu viel anzeigt.
Muss die Lammkeule vorher angebraten werden?
Nein. Bei 220 °C unter dem Deckel bekommt sie in den 90 Minuten Farbe, und das zweimalige Bestreichen mit der Senf-Kräuter-Marinade hilft dabei.
Mit oder ohne Knochen?
Für diesen Grillabend mit Knochen. Das Thermometer darf den Knochen nicht berühren, und beim Aufschneiden wird zuerst schräg zum Knochen geschnitten und der Rest dann am Knochen entlang gelöst.
Welche Marinade passt zu Lamm vom Grill?
Dijonsenf, Olivenöl, Knoblauch, Thymian und Rosmarin. Die Hälfte vor dem Grillen aufstreichen, die andere Hälfte in einer eigenen Schüssel mit sauberem Pinsel zum Bestreichen nach 30 und 60 Minuten aufheben.
Rezept: Osterlamm vom Kugelgrill mit Fächerkartoffeln
Das ist genau der Grillabend von oben, für sechs Personen.
Zutaten
- 1 Lammkeule mit Knochen (etwa 2,5 kg)
- 100 g Dijonsenf
- 150 ml Olivenöl
- 4 Knoblauchzehen
- 4 Zweige Thymian
- 2 Zweige Rosmarin
- — Salz und Pfeffer
- 18 mittelgroße Kartoffeln
- 50 ml Rapsöl für die Kartoffeln
- — edelsüßes Paprikapulver, gehackter Rosmarin und Knoblauch für die Kartoffeln
Zubereitung
- Keule vorbereiten. Die Keule eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, trockentupfen, rundum salzen und pfeffern.
- Marinade anrühren. Knoblauch, Thymian und Rosmarin fein hacken und mit Senf und Olivenöl verrühren. Die Hälfte in eine eigene Schüssel füllen. Mit dem Rest die Keule rundum einstreichen.
- Kartoffeln vorbereiten. Die Kartoffeln zu drei Vierteln der Tiefe fächerartig einschneiden. Rapsöl mit Paprika, Rosmarin und Knoblauch mischen, die Kartoffeln darin wälzen.
- Grill anzünden. Glut links und rechts am Rand, eine Schale in die Mitte, Ziel 220 °C unter dem Deckel. Beim Gasgrill die mittleren Brenner aus.
- Auflegen. Die Keule in die Mitte über die Schale legen, den Fühler des Thermometers in die dickste Stelle stecken, ohne den Knochen zu berühren. Deckel zu.
- Bestreichen und Kartoffeln dazu. Nach 30 Minuten die Keule mit der aufgehobenen Marinade bestreichen und die Kartoffeln rundherum in die indirekte Zone legen. Nach 60 Minuten ein zweites Mal bestreichen.
- Vom Grill nehmen. Zeigt das Thermometer 63 °C, nach rund 90 Minuten, die Keule herunternehmen und 20 Minuten unbedeckt ruhen lassen. Die Kartoffeln im Grill lassen, bis sie weich sind.
- Aufschneiden. Die Keule mit der Fleischgabel festhalten, das Fleisch schräg zum Knochen in Scheiben von ein bis zwei Zentimetern schneiden und den Rest entlang des Knochens ablösen.