Grillen an Weihnachten und Silvester: was auf den Rost passt, der Zeitplan und was zwischen Glut und Feuerwerk gilt

Veröffentlicht am 18. September 2026

Gebratene Ente mit Apfelhälften und roten Beeren, dazu Kartoffelklöße und Rotkohl als Weihnachtsessen

Grillen an Weihnachten und Silvester funktioniert — wenn man anders plant als im Sommer. Der Grill hält den Backofen frei, die Ente brät draußen statt in der Küche, und an Silvester wird der Grill zum Treffpunkt, an dem den ganzen Abend etwas nachkommt. Dafür braucht es eine volle Gasflasche oder genug Briketts, mehr Zeit zum Vorheizen, Licht und ein Thermometer. Was auf den Rost passt, wie der Zeitplan aussieht und worauf man zwischen Glut und Feuerwerk achten muss.

Grillen an Weihnachten und Silvester auf einen Blick

  • Weihnachten: große Stücke, die lange indirekt garen — Ente, Rinderfilet am Stück — dazu Maronen, Kürbis und zum Schluss Bratäpfel.
  • Silvester: kleine Portionen über viele Stunden — Würstchen, Spieße, Gemüse — statt eines großen Bratens.
  • Nach Kerntemperatur grillen, nicht nach Uhr. Im Winter dauert der Weg dorthin länger, das Ziel bleibt gleich.
  • Vorheizen einplanen: bei Kälte eher 20 bis 30 Minuten statt zehn.
  • Brennstoff: Propan statt Butan, eine volle Flasche oder reichlich Briketts.
  • Licht: Im Dezember ist es schon am Nachmittag dunkel — Lampe am Grill.
  • Feuerwerk nie neben Grill, Glut oder Gasflasche lagern oder zünden.
  • Grill und Glut bleiben draußen — auch nicht zum Aufwärmen ins Haus.

Weihnachten vom Grill: was auf den Rost passt

Für das Weihnachtsessen eignet sich alles, was lange bei geschlossenem Deckel gart. Das passt zum Winter: Jedes Öffnen kostet bei Kälte viel Wärme, und ein großer Braten verlangt ohnehin, dass man ihn in Ruhe lässt. Kurzgebratenes geht auch, braucht bei Frost aber mehr Aufmerksamkeit.

GerichtWieRichtwert
Ente im Ganzenindirekt, rund 2 bis 3 Stunden bei 180 °C für eine 2-kg-Ente, rund 4 Stunden bei 150 °C für eine größere80 bis 90 °C Kerntemperatur in der Keule
Rinderfilet am Stückrundum scharf angrillen, dann indirekt bei rund 120 °Crosa bei etwa 54 bis 56 °C Kerntemperatur
Maronenkreuzweise einritzen, im Grillkorb indirekt bei 180 bis 200 °C20 bis 25 Minuten
Hokkaido-KürbisSpalten von 1,5 bis 2,5 cm, indirekt bei 180 bis 200 °Cgut 20 Minuten
Bratäpfelgefüllt, indirekt bei 180 bis 200 °C20 bis 30 Minuten, bis sie weich, aber nicht zerfallen sind

Die Ente ist der Klassiker, der auf dem Grill besser gelingt als gedacht: Das Fett tropft ab, die Haut wird kross, und die Küche bleibt sauber. Eine Fettwanne gehört darunter. Eine Gans funktioniert nach demselben Prinzip, braucht wegen ihrer Größe aber deutlich länger. Wie die Ente im Einzelnen gelingt, steht im Beitrag Ente grillen.

Das Rinderfilet ist die schnellere Wahl und verzeiht wenig. Es ist sehr mager und wird schnell trocken, wenn es zu weit gart. Deshalb gehört ein Thermometer hinein, und das Filet kommt 2 bis 3 °C vor der Zieltemperatur vom Grill — es zieht in der Ruhezeit noch nach.

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Der Zeitplan: vom Essen rückwärts rechnen

Am Heiligabend will niemand um neun Uhr abends noch auf die Ente warten. Der Plan beginnt deshalb mit der Uhrzeit, zu der gegessen wird, und läuft von dort rückwärts.

  1. Essenszeit festlegen. Von dort aus werden Garzeit, Ruhezeit und Vorheizen abgezogen.
  2. Puffer einbauen. Garzeiten sind Richtwerte. Bei Kälte und Wind dauert es länger — lieber eine halbe Stunde früher anfangen. Ein fertiger Braten wartet leichter als hungrige Gäste.
  3. Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Ein Filet etwa eine Stunde vorher.
  4. Vorheizen. Bei Frost 20 bis 30 Minuten statt zehn. Warum das so ist, steht im Beitrag Grillen im Winter.
  5. Brennstoff prüfen, bevor die Geschäfte schließen. Eine fast leere Gasflasche an Heiligabend ist ein Problem, das sich nicht mehr lösen lässt. Für den Winter muss es Propan sein, Butan verdampft bei Frost nicht mehr.
  6. Licht bereitlegen. Eine Stirnlampe oder eine Leuchte am Grill — ohne Licht sieht man weder die Kruste noch das Thermometer.
  7. Teller vorwärmen. Draußen kühlt alles schnell aus, auch das Fleisch auf dem Weg zum Tisch.

Silvester: grillen über viele Stunden

An Silvester ist es umgekehrt. Es gibt kein festes Essen um sieben, sondern einen langen Abend bis nach Mitternacht. Dafür passen kleine Portionen, die nach und nach vom Grill kommen: Würstchen, Fleisch- und Gemüsespieße, Pilze, Garnelen, Maronen. Wer draußen steht, bleibt am Grill warm, und wer drinnen feiert, holt sich zwischendurch etwas.

Wer lieber drinnen am Tisch grillt, nimmt einen elektrischen Tischgrill oder ein Raclettegerät — die sind für drinnen gemacht. Holzkohle- und Gasgrills sind es nicht.

Grill und Feuerwerk

  • Feuerwerkskörper nicht in der Nähe des Grills aufbewahren. Sie gehören weg von Wärmequellen und offenem Feuer — also nicht auf den Tisch neben der Glut und nicht neben die Gasflasche.
  • Nicht in der Nähe des Grills zünden. Für Raketen der Kategorie F2 nennt das Land Berlin einen Sicherheitsabstand von 8 Metern.
  • Grill nicht unbeaufsichtigt lassen, wenn um Mitternacht alle auf die Straße gehen. Beim Kohlegrill Deckel und Lüftungsschieber schließen, beim Gasgrill Brenner und Flaschenventil zudrehen.

Am Neujahrsmorgen: die Asche

Grillasche sieht schnell kalt aus und ist es nicht. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer rät, sicherheitshalber drei Tage lang von einem Brandrisiko auszugehen. So lange gehören Kohlereste und Asche in einen nicht brennbaren Behälter mit Deckel. Wer sie früher entsorgen will, muss sie mit so viel Wasser ablöschen, dass alles vollständig durchfeuchtet ist.

Hinweis: Der Grill kommt nicht ins Haus

Wenn es draußen kalt ist, liegt die Idee nahe, den Grill nach dem Essen mit der Restglut hereinzuholen. Das ist lebensgefährlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Holzkohlegrills wegen der Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid nicht in Innenräumen verwendet werden dürfen — auch nicht, um die Restwärme zu nutzen, und auch nicht bei offenem Fenster. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos. Anzeichen einer leichten Vergiftung sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Nachzulesen beim BfR.

Häufige Fragen zum Grillen an Weihnachten und Silvester

Kann man an Weihnachten grillen?

Ja. Kälte verlängert das Vorheizen und die Garzeit, das Grillgut braucht aber dieselbe Kerntemperatur wie im Sommer. Wichtig sind Propan statt Butan in der Gasflasche, genug Brennstoff, Licht und ein Thermometer.

Was kann man an Weihnachten grillen?

Große Stücke, die lange indirekt garen: Ente oder Gans im Ganzen, Rinderfilet am Stück. Dazu Maronen und Kürbis, zum Nachtisch Bratäpfel.

Was grillt man an Silvester?

Kleine Portionen, die über den Abend verteilt vom Grill kommen: Würstchen, Fleisch- und Gemüsespieße, Pilze, Garnelen, Maronen. Wer drinnen grillen will, nimmt einen elektrischen Tischgrill oder ein Raclettegerät.

Welche Kerntemperatur braucht Rinderfilet?

Rosa ist Rinderfilet bei etwa 54 bis 56 °C. Weil es in der Ruhezeit nachzieht, nimmt man es 2 bis 3 °C vorher vom Grill.

Wie lange brauchen Bratäpfel auf dem Grill?

Bei indirekter Hitze von 180 bis 200 °C etwa 20 bis 30 Minuten, je nach Größe. Fertig sind sie, wenn sie weich sind, aber noch nicht zerfallen.

Darf man den Grill bei Schnee in die Garage stellen?

Nein. Beim Verbrennen entsteht Kohlenmonoxid, das sich in Garagen, Zelten und anderen geschlossenen oder halboffenen Räumen sammelt. Das BfR warnt ausdrücklich davor, Holzkohlegrills in Innenräumen zu benutzen, auch bei offenem Fenster.

Wie lange muss Grillasche abkühlen?

Sicherheitshalber drei Tage. So lange bleibt sie in einem nicht brennbaren Behälter mit Deckel. Alternativ wird sie mit so viel Wasser abgelöscht, dass alles vollständig durchnässt ist.

Zwei Rezepte für die Feiertage

Rinderfilet am Stück

4 Portionen · Vorbereitung 15 Min. · Grillzeit nach Kerntemperatur

Zutaten

  • 1 kg Rinderfilet, Mittelstück
  • 2 EL Öl
  • grobes Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung

  1. Vorbereiten. Das Filet etwa eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, trocken tupfen, mit Öl einreiben und salzen.
  2. Grill einrichten. Eine direkte und eine indirekte Zone anlegen, die indirekte Zone auf rund 120 °C bringen.
  3. Angrillen. Das Filet über direkter Hitze rundum scharf angrillen, etwa zwei Minuten je Seite.
  4. Garen. In die indirekte Zone legen, Thermometer in die dickste Stelle stecken, Deckel schließen.
  5. Ruhen lassen. Bei 2 bis 3 °C unter der Zieltemperatur vom Grill nehmen — für rosa also bei etwa 52 °C — und einige Minuten ruhen lassen. Pfeffern und aufschneiden.

Bratäpfel vom Grill

4 Stück · Vorbereitung 15 Min. · Grillzeit 20–30 Min.

Zutaten

  • 4 säuerliche Äpfel, zum Beispiel Boskoop
  • 80 g Marzipanrohmasse
  • 40 g Walnüsse, grob gehackt
  • 40 g Rosinen
  • 1 TL Zimt
  • 1 EL Butter

Zubereitung

  1. Aushöhlen. Von den Äpfeln einen Deckel abschneiden und das Kerngehäuse entfernen, ohne unten durchzustechen — sonst läuft die Füllung aus.
  2. Füllen. Marzipan zerbröseln und mit Walnüssen, Rosinen und Zimt mischen. Die Äpfel damit füllen, je ein Stück Butter obenauf setzen und den Deckel auflegen.
  3. Grillen. Die Äpfel in eine feuerfeste Form oder Grillschale stellen und bei 180 bis 200 °C indirekt mit geschlossenem Deckel 20 bis 30 Minuten garen.
  4. Prüfen. Fertig sind sie, wenn sie weich sind, aber nicht zerfallen. Warm servieren.

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