Grill reinigen: Rost, Gasgrill und Hausmittel

Veröffentlicht am 18. Juni 2021

Grill reinigen Dreck Fett

Grill reinigen ist vor allem eine Frage des Zeitpunkts. Solange der Rost noch heiß ist, geht es am schnellsten. Alles andere ist Routine: der Rost nach jedem Grillabend, der Innenraum ein paarmal im Jahr, die Brenner zweimal. Was zu welchem Zeitpunkt fällig ist und was man dabei besser nicht tut, steht hier.

Grill reinigen auf einen Blick

  • Der Rost wird heiß gereinigt — direkt nach dem Grillen, solange die Reste noch weich sind.
  • Ausbrennen: Beim Gasgrill alle Brenner auf höchste Stufe, Deckel zu, 15 bis 30 Minuten.
  • Die Fettauffangschale gehört nach jedem Grillabend geleert — sie ist die häufigste Ursache für Fettbrände.
  • Die abblätternde schwarze Schicht im Deckel ist kein Lack, sondern verkohltes Fett. Sie darf und soll weg.
  • Keine Alufolie auf Flammenverteiler oder Brennerabdeckungen legen — sie staut Hitze und sammelt Fett.
  • Zweimal im Jahr die Brenner und ihre Öffnungen kontrollieren, trocken und ohne Wasser.
  • Kalt und verkrustet? Natronpaste, nasses Zeitungspapier über Nacht oder die kalte Grillasche lösen die Kruste — nur nicht bei rohem Gusseisen.
  • Fazit in einem Satz: Nach jedem Grillen der Rost und die Fettschale, alle zehn bis fünfzehn Abende der Innenraum, zweimal im Jahr die Technik.

Der Grillrost: heiß, nicht kalt

Der beste Zeitpunkt für den Rost ist der, an dem niemand mehr Lust dazu hat: direkt nach dem Essen, solange der Grill noch heiß ist. Eingebrannte Reste lassen sich dann in Sekunden abstreifen; kalt und über Nacht verhärtet brauchen sie Einweichen und Schrubben.

Das Vorgehen unterscheidet sich nach Material:

RostWomitDanach
EdelstahlEdelstahlbürste oder Holzschaber, heißfeucht nachwischen, trocknen lassen
Gusseisen, emailliertMessingbürste, kein Scheuermitteltrocknen, dünn einölen
Gusseisen, rohMessingbürste, kein Spülmittel, kein Wasserbaddünn einölen — die Patina ist der Rostschutz
Verchromtweiche Bürste, keine harten Metallborstenfeucht nachwischen
Die Materialangaben stammen aus den Pflegehinweisen der Hersteller. Im Zweifel gilt die Anleitung des eigenen Grills.

Für den festgebackenen Fall: Rost über Nacht in warmes Wasser mit Spülmittel legen — aber nur bei Edelstahl und Emaille. Rohes Gusseisen verträgt das nicht; dort hilft Einölen und ein zweiter Durchgang beim nächsten Grillen. Kein Backofenspray auf Roste, auf denen anschließend Essen liegt, ohne gründlich nachzuspülen.

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Grillrost reinigen mit Hausmitteln

Ist der Rost doch einmal kalt und verkrustet, helfen ein paar Dinge, die ohnehin im Haus oder im Grill liegen. Alle vier Wege eignen sich für Edelstahl und Emaille. Rohes Gusseisen bleibt bei allem, was mit Wasser und Einweichen zu tun hat, außen vor — es rostet, und die Patina leidet.

Natron

Natron mit etwas Wasser zu einer dicken Paste verrühren, auf den Rost streichen, einwirken lassen und dann mit einem Schwamm abreiben. Natron ist leicht alkalisch, löst Fettreste und scheuert als Paste zusätzlich ein wenig. Wer lieber sprüht: etwa 60 Gramm Natron auf einen Liter Wasser, den Rost auf Zeitungspapier legen, einsprühen und nach einer Stunde abwischen. Zum Schluss gründlich mit Wasser abspülen.

Asche aus dem Grill

Die Asche, die ohnehin aus dem Kohlegrill muss, hat vorher noch einen Nutzen: vollständig kalt mit einem feuchten Lappen oder Schwamm auf dem Rost verreiben. Sie scheuert fein, bindet Fett und wird mit Wasser leicht alkalisch. Danach abspülen. Handschuhe schonen die Haut.

Nasses Zeitungspapier

Den noch warmen Rost dick in nasses Zeitungspapier einwickeln und mindestens zwei Stunden liegen lassen, am besten über Nacht. Die Feuchtigkeit weicht die Kruste auf, am nächsten Morgen lässt sie sich abwischen. Hartnäckige Stellen danach mit Holzschaber oder Schwamm nacharbeiten und abspülen.

Über Nacht auf den Rasen

Die bequemste Variante für leichte Verschmutzung: den abgekühlten Rost abends ins Gras legen. Der Tau weicht die Reste über Nacht an, morgens reicht meist ein Lappen. Für richtig festgebackene Krusten ist der Tau zu wenig — dann lieber Zeitung oder Natron.

Beim Smoker brennt nichts weg

Im Smoker wird der Rost nie so heiß, dass Fettreste verkohlen — Ausbrennen wie beim Gasgrill funktioniert dort nicht. Deshalb den Rost vor dem Auflegen dünn mit Speiseöl einreiben, damit weniger anklebt, und ihn nach dem Grillen abziehen, solange er noch warm ist. Bei den niedrigen Temperaturen hält die dünne Ölschicht, statt gleich zu verbrennen.

Der Gasgrill: was außer dem Rost noch dran ist

Beim Gasgrill hört die Reinigung nicht am Rost auf — darunter liegen Flammenverteiler, Brenner und die Fettauffangschale, und genau dort entstehen die Probleme, die sich später als ungleichmäßige Hitze, Fettbrand oder ein Brenner bemerkbar machen, der nicht mehr richtig zündet.

Ausbrennen

Alle Hauptbrenner auf die höchste Stufe, Deckel zu, 15 bis 30 Minuten. Was auf Rost und Flammenverteilern liegt, verkohlt und lässt sich anschließend als Asche abbürsten. Das ist die Grundreinigung nach jedem Grillabend und ersetzt einen großen Teil der Schrubberei.

Ausnahme Keramikbrenner: Die werden nicht auf voller Leistung ausgebrannt, sondern nach Herstellerangabe auf niedriger Stufe und kürzer betrieben. Und sie vertragen kein Wasser — die poröse Oberfläche saugt es auf.

Flammenverteiler und Aromaschienen

Die Bleche über den Brennern verdampfen heruntertropfendes Fett — das ist ihre Aufgabe, und deshalb setzen sie zu. Sie lassen sich in aller Regel herausnehmen, einweichen und abbürsten. Wichtig ist, sie vollständig trocknen zu lassen, bevor sie zurück in den Grill kommen.

Was man dort nicht tun sollte: sie mit Alufolie auszulegen. Das klingt nach weniger Arbeit, staut aber die Hitze an Stellen, für die der Grill nicht ausgelegt ist, und schafft neue Mulden, in denen sich Fett sammelt.

Brenner und Düsen

Hier wird trocken gearbeitet. Die Brennerrohre vorsichtig ausbauen, leicht abklopfen und mit einer trockenen Bürste reinigen; die feinen Austrittsöffnungen lassen sich mit einer dünnen Bürste oder Druckluft freimachen. Wasser hat an Düsen und im Gasweg nichts verloren — es rostet dort, wo man es nicht sieht.

Woran man erkennt, dass es fällig ist: ungleichmäßige Flammenbilder, gelbe statt blauer Flammen, einzelne Zonen, die kalt bleiben. Vor der ersten Grillrunde im Frühjahr lohnt der Blick besonders — Insekten nisten sich mit Vorliebe in Brennerrohren ein.

Fettauffangschale

Der unspektakulärste und wichtigste Punkt der ganzen Liste: nach jedem Grillabend leeren. Eine volle Fettschale ist die häufigste Ursache für Fettbrände im Grill. Wer eine Einwegschale benutzt, tauscht sie; wer eine feste hat, kratzt sie aus und wischt sie aus.

Der Holzkohlegrill: Asche ist kein Schutz

Beim Kohlegrill hält sich hartnäckig die Vorstellung, eine Ascheschicht in der Feuerschale sei nützlich. Sie ist es nicht: Asche zieht Feuchtigkeit, und feuchte Asche auf Stahl bedeutet Rost — von innen, wo man ihn erst sieht, wenn die Schale durch ist. Die Asche kommt raus, sobald sie vollständig kalt ist.

Kalt heißt wirklich kalt. Glutnester halten sich unter Asche stundenlang; Asche gehört deshalb in einen Metalleimer und nicht in die Papiertonne. Ansonsten braucht ein Kohlegrill wenig: Feuerschale ausbürsten, Lüftungsschieber gangbar halten, den Deckel innen von losem Ruß befreien.

Die schwarze Schicht im Deckel ist kein Lack

Irgendwann blättert es im Deckel — schwarze, leicht glänzende Flocken, die aussehen wie abgeplatzte Beschichtung. Das ist keine: Es ist verkohltes Fett, das sich über viele Grillabende aufgebaut hat. Grilldeckel sind innen in aller Regel nicht lackiert; da wäre nichts, was abplatzen könnte.

Die Schicht darf und soll weg — mit einem Schaber oder einer Bürste, am besten wenn der Grill handwarm ist. Sie ist harmlos, aber wenn sie sich löst, landet sie auf dem Essen.

Welche Reinigung wann fällig ist

WannWas
Nach jedem GrillabendAusbrennen bzw. Rost heiß abbürsten · feucht nachwischen · Fettauffangschale leeren
Alle 10 bis 15 GrillabendeInnenraum auswischen · Flammenverteiler ausbauen und reinigen · Deckelinnenseite abschaben
Zweimal im JahrGrundreinigung vor und nach der Winterpause · Brenner und Düsen prüfen · Schläuche und Anschlüsse ansehen
Richtwerte. Wer viel fettes Grillgut auflegt, kommt schneller in die mittlere Zeile.

Häufige Fragen zum Grill reinigen

Wie reinige ich den Grillrost am schnellsten?

Direkt nach dem Grillen, solange er heiß ist. Beim Gasgrill vorher ausbrennen — alle Brenner auf höchste Stufe, Deckel zu, 15 bis 30 Minuten —, dann die Asche abbürsten und mit einem feuchten Tuch nachwischen. Das dauert zwei Minuten und erspart das Einweichen.

Darf Backofenspray an den Grill?

Auf lackierte oder pulverbeschichtete Außenflächen gehört es nicht — es greift die Beschichtung an. Auf Rosten und im Innenraum ist es möglich, wenn anschließend gründlich mit Wasser nachgespült wird. An Brennern, Düsen und Keramikbrennern hat es nichts zu suchen.

Wie oft muss ich den Gasgrill komplett reinigen?

Eine Grundreinigung mit ausgebauten Flammenverteilern und geprüften Brennern reicht in der Regel zweimal im Jahr — vor und nach der Winterpause. Dazwischen genügen das Ausbrennen nach jedem Grillabend und ein Auswischen des Innenraums alle zehn bis fünfzehn Abende.

Was ist die schwarze Schicht, die im Deckel abblättert?

Verkohltes Fett, kein abplatzender Lack. Grilldeckel sind innen normalerweise nicht lackiert. Die Schicht ist harmlos, gehört aber abgeschabt, bevor sie von selbst auf das Grillgut fällt.

Kann ich den Grillrost in die Spülmaschine geben?

Emaillierte und Edelstahlroste vertragen das meist, brauchen aber Platz und einen langen Gang — Fett braucht Hitze. Rohes Gusseisen gehört nicht hinein: Spülmittel und Nässe zerstören die Patina, die den Rost vor Korrosion schützt.

Warum brennt mein Gasgrill ungleichmäßig?

In den meisten Fällen sind die Brenneröffnungen teilweise zugesetzt — durch Fett, Rost oder Insektennester. Brenner ausbauen, trocken abklopfen, Öffnungen mit einer feinen Bürste freimachen. Gelbe statt blauer Flammen sind ein deutliches Zeichen dafür.

Hilft Alufolie beim Reinigen?

Als Knäuel zum Abreiben eines abgekühlten Rostes: ja, das funktioniert. Als Dauerauslage auf Flammenverteilern oder in der Feuerschale: nein. Sie staut Hitze an Stellen, an denen der Grill sie nicht abführen kann, und bildet neue Fettsammelstellen.

Wie reinige ich den Grillrost mit Hausmitteln?

Am wirksamsten ist eine Paste aus Natron und etwas Wasser, die eine Weile einwirkt und dann abgerieben wird. Ebenfalls gut: kalte Grillasche mit einem feuchten Lappen verreiben oder den warmen Rost über Nacht in nasses Zeitungspapier wickeln. Danach immer gründlich abspülen. Rohes Gusseisen verträgt keine dieser nassen Methoden.

Funktioniert der Trick mit dem Rasen wirklich?

Bei leichter Verschmutzung ja: Der Tau weicht die Reste über Nacht an, morgens lassen sie sich abwischen. Festgebackene Krusten bekommt er nicht weg. Den Rost vorher abkühlen lassen.

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